Weihnachtliche Truthahnjagd

24. Dezember 2013 Neuseeland
Wilde Truthähne in Neuseeland

Wilde Truthähne in Neuseeland

Im Herzen bin ich ein Jäger. Mein halbes Leben habe ich gegen die Jäger gekämpft die selbstherrlich ihre Trophäenjagd betreiben, dubiose Jagdtechniken anwenden und alles als Konkurrenz ansehen was „ihre Beute“ frisst. Lange hat es gebraucht nicht nur gegen etwas zu sein, sondern auch für etwas.
Viel von meinem Weg habe ich in Kanada von den Natives und anderen Jägern gelernt. Die Natives nennen es Heilige Jagd, sie nehmen Leben, damit ihre Familien ernähren  können und haben großen Respekt vor dem gejagten Tier wie auch vor andern Jägern wie etwa dem Bär, Wolf oder Adler. Respektvolles Jagen und Fischen ist für mich ein Ausdruck vom Land leben zu können und zu sehen und zu erleben wo mein Essen herkommt. Es

Ein schöner alter Truthahn mit dem Bogen Erjagt

Ein schöner alter Truthahn mit dem Bogen Erjagt

macht ebenso Zusammenhänge deutlich und es bietet die Möglichkeit sich über das Leben und den Tod auseinanderzusetzen.  Auch heute noch ist die heilige Jagd in Kanada für Jugendliche ein starkes Übergangsritual.
Als plötzlich hier in NZ auf der Nordinsel ein Truthahn auf der Straße stand wusste ich, dass meine lang ersehnte Truthahnjagd mit Pfeil und Bogen endlich gekommen ist. Meinen Bogen und Pfeile habe ich um die halb Erde geschleppt und nun ist es soweit. Der Farmer gab mir freundlicherweise seine Erlaubnis sein Land zu betreten und Truthähne zu jagen. Einen ganzen Tag beobachtete ich die Truthähne und machte meine ersten Schussversuche. Die Hühner wurden von Schuss zu Schuss immer schlauer und nahmen schließlich schon auf großer Distanz Reisauß. Ich wurde aber auch immer schlauer und vor allem besser im Schießen. Meine Schussdistanz ist 20m. Auf dieser Entfernung treffe ich einen Punkt treffen der so groß ist wie ein Unterteller und

Die "Weihnachtsbucht" auf der Nordinsel in Neuseeland

Die „Weihnachtsbucht“ auf der Nordinsel in Neuseeland

muss mich dabei noch anschleichen. Am Ende des zweiten Tages war es dann soweit, ich fand eine Gruppe Hähne, die so mit sich selbst und Balzen beschäftigt waren dass ich mich noch nicht mal verstecken musste. Der Pfeil flog und traf einen Hahn. Als ich schließlich den toten Hahn in meinen Händen hielt war ich tief bewegt und beeindruckt wie groß und muskulös diese Tiere sind. Mein Vogel war von Kopf bis Schwanz ca.1, 20m und wog ca.8 kg. Mit einer Räucherzeremonie und einem Dankeslied bedankte ich mich bei dem Hahn und versprach ihm aus seinen Federn was Schönes zu machen und sein Fleisch bewusst zu essen. So hatte der Farmer und ich mit ein paar Franzosen an einem wunderschönen Strand ein super leckeres Weihnachtsessen!

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