Das Leben ist Wild und Wunderbar
Geboren bin ich am 11.11.1961 in Düsseldorf. Leider haben meine Mutter und ich es nicht geschafft, dass ich um 11.11 Uhr das Licht der Welt erblickte. Dann wäre ich ein reiner Karnevalsjeck. Hellau! So ist es aber auch gut.
In Düsseldorf lebte ich 25 Jahre, machte dort eine Lehre als Gas- und Wasserinstallateur und einige Jahre später, mit 26 Jahren, bestand ich meine Meisterprüfung.
Dann kam der erste Umbruch. Im Weserbergland bekam ich eine Meisterstelle angeboten. Hier entstand 1989 das erste ökologische Nullenergie Haus in Deutschland. Meine Aufgabe war es das Haus mit Heizung, Solar, Regenwasser, Lüftung, Wasser und Abwasser auszustatten. Eine große Aufgabe. Wir machten unsere ersten Erfahrungen in Richtung der heutigen ökologischen und energiesparenden Niedrig-, und Passiv Energiehäuser.
Im Weserbergland blieb ich einige Jahre, arbeitete als Sanitärmeister im Energie-, und Umweltzentrum, in einem selbstverwalteten Projekt, gründete etwas später meinen eigenen Sanitärbetrieb und mit einigen Handwerkern eine GmbH, in der wir schlüsselfertige ökologische Niedrigenergie Häuser bauten. Unsere Vision war es, so umweltschonend und energiesparend wie möglich zu bauen.
In dieser Zeit kamen im Weserbergland auch meine wunderbaren beiden Töchter zu Welt.
Auf in die vogelwilde Welt
Parallel zu meiner Sanitärausbildung und meinen Firmen hat mich meine Vogel-, und Natur Leidenschaft immer begleitet. Mit 13/14 Jahren hatte ich das große Glück, Gleichgesinnte in einem Naturschutzverein zu finden. Hier fühlte ich mich zu Hause, hier konnte ich meine Naturseele leben. Jede freie Minute war ich mit meinen Naturschutzfreunden draußen unterwegs. Entweder waren wir auf Beobachtungstour oder auf Pflegeeinsätzen. Viele Jahre arbeitete ich ehrenamtlich in Arten-, und Naturschutzprojekten, beringte Vögel für Forschungszwecke, machte Vogelbestandsaufnahmen, besuchte Naturschutztagungen, organisierte Vogelstimmenwanderungen und hielt Vorträge.
Mit 17 Jahren zog es mich in die weite Welt. Ich packte meinen Rucksack und besuchte meine Freunde die Vögel in ihren nordischen Brutgebieten und folgte ihnen auf ihren Wanderungen in ferne südliche Länder.
Die Vögel zogen mich, sie führten mich an wundersame Orte, brachten mich mir fremden Kulturen und mit naturverbundenen Menschen zusammen.
Auf meiner ersten Kanadatour im Yukon lieh ich mir ein Kanu, um Adler und Bären zu beobachten und kam dadurch in einen schönen Kontakt mit den einheimischen Native People. Über die Jahre entstand eine enge Freundschaft. Ihre starke Verbindung zu ihrem Land, ihre Geschichten und Schöpfungsmythen und ihre heilenden Zeremonien beeindruckten mich. Mir eröffnete sich eine völlig neue Welt und das ermutigte mich meinen Weg weiter zu gehen.
Das Ende war mein Anfang
1998 gründete ich neben meinen beiden Firmen meine Natur- und Wildnisschule. 10 Jahre später 2008, hatte ich einen schweren Autounfall und das große Glück, unverletzt geblieben zu sein. Es war einfach zu viel; in der Woche auf der Baustelle arbeiten und am Wochenende Kurse leiten. Der Unfall schrie nach Veränderung. Die Auseinandersetzung mit meinem Unfall veränderte mein Leben gravierend. Freunde reichten mir die Hand, ich zog vom Weserbergland ins Allgäu in einen kleinen Bauwagen. Rückzug, Auszeit, Besinnung. Dort entschied ich, den Sprung zu wagen. Schloss nach 20 Jahren meinen Sanitär-Betrieb und widmete mich ganz meiner Natur und Wildnisschule.
Das Schicksal meinte es gut mit mir. Die Krise war mein Neuanfang. Gute Menschen, die Natur und meine Freunde die Vögel halfen mir, einen neuen Weg zu gehen.
Der Ruf, mein Vogelwissen über Vogelsprache aufzuschreiben wurde von allen Seiten immer lauter.
Das i-Tüpfelchen war die Ermutigung und die großartige Unterstützung vom AT-Verlag in München, mein Vogelbuch zu schreiben. Ich gab den Widerstand auf, setzte mich hin und fing an, in meinem kleinen Bauwagen die ersten Zeilen zu schreiben.
Es entstand ein großartiges Buch mit dem Titel »Die geheime Sprache der Vögel« das 2010 im AT-Verlag erschien.
Wer hätte es gedacht, heute nach 16 Jahren ist mein Erstlingswerk in der 5. Auflage. Viele 1000sende Bücher gingen in die Welt. Es freut mich sehr, dass mein Buch sich in vielen Wildnisschulen zu einem Standartwerk für Vogelsprache entwickelt hat.
Das Buch blieb nicht das Einzige. Das Eis war gebrochen. Es folgten die Lern CDs »Vogelspache« und »Vogelstimmen imitieren« und DVDs.
2019 folgte mein zweites Herzens Buch »Raus in die Wildnis« und mein erstes Online Vogelsprache Seminar.
Der große Wurf, Kanada ich komme!
Eines hat mich mein Autounfall gelehrt: Das Leben ist endlich, lebe Deine Träume!
Ich wurde mutiger und folgte meinen Träumen. Ich ging in die Wildnis, in den Yukon.
Ich wollte ein Jahr unterwegs sein, raus aus dem Alltag, rein ins wilde Land.
Mit meinem Freund Dan, der im Yukon wohnt, war ich wochenlang im Bush unterwegs. Wir paddelten auf traumhaften Flüssen, beobachten Bären, Wölfe und Adler, fingen Lachse und gingen im Herbst mit dem Kanu auf Elchjagd. Wir lebten draußen wie Huckleberry Finn und Tom Sawyer.
Neben den Abenteuern im Außen, war es mir auch wichtig die Zeit zu nutzen und auch nach innen zu schauen. Mit Unterstützung von Native Ältesten ging ich auf Visionssuche. Ohne Ablenkung saß ich vier Tage und vier Nächte ohne Essen an einem Platz im wilden Land, spürte meinem bisherigen Leben nach und lauschte meinen inneren Bildern. Meine Fragen waren: Was ist in meinem Leben „gut“ gelaufen und wo brauche ich noch Frieden und Vergebung.
Das Leben geht weiter
Rückblickend wird vieles deutlicher. Ohne einige Krisen hätte ich manchen Weg nicht eingeschlagen. Nun wohne ich im wunderschönen Allgäu, dort wo der Steinadler fliegt und lehre in verschiedenen Wildnisschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz das alte Vogel-, und Wildniswissen indigener Völker.
Meine Wildnisschule gibt es nun 28 Jahre. Ich bin dankbar, dass das Leben es gut mit mir meint und ich viele Menschen bis hierhin inspirieren und begleiten konnte.
Ich bin dankbar, dass mich die kraftvolle und leichte Art des Vogelvolkes seit meiner Jugend stets begleitet und geführt hat, mich in schwierigen Phasen getragen und mir in meinen Träumen und Visionen feine Dinge zugeflüstert hat. Ich bin dankbar, dass ich ein Handwerker bin. Mein lösungsorientierter Blick und praktisches Handeln haben mir schon vielfach geholfen.
Als Wildnislehrer und Wildnis Mentor ist es mir wichtig, dass wir die Schönheit und die Wunder in der Natur erleben und erkennen, dass wir unsere Erde brauchen und hüten müssen, damit auch wir körperlich und seelisch gesund leben können.
Ebenso ist mir wichtig starke Naturverbindungen zu schaffen, Menschen zu unterstützen in ihre Kraft zu kommen, ihre Gabe zu leben und ihren ureigenen Weg zu gehen. Dafür gehe und lebe ich.
Es ist viel in Bewegung, ich bin sehr gespannt, wie der Weg weitergeht. Alles Gute Ralph Müller

















